Fit für den Kapitalmarkt: Wie Stadtwerke die Transformation finanzieren
Stadtwerke stehen im Zentrum der Energie- und Wärmewende. Gleichzeitig belasten hohe Investitionen und angespannte Kommunalfinanzen ihre Handlungsfähigkeit. Die BBH-Gruppe unterstützt mit langjähriger Expertise bei Finanzierung, Gesellschaftsstruktur, Compliance, Nachhaltigkeit und Reportingsystemen. Sponsored Post von Becker Büttner Held Rechtsanwälte Steuerberater Unternehmensberater PartGmbB (BBH)
Das Wichtigste in Kürze
- Für die regionale Energie- und Wärmewende wird laut einer Studie* im Auftrag der KfW bis 2045 ein Finanzierungsbedarf von rund 535 Milliarden Euro erwartet. Rund 65 Prozent des Investitionsvolumens können Stadtwerke nicht aus eigener Kraft abdecken.
- Die klassische Hausbankfinanzierung stößt angesichts der steigenden Investitionen an Grenzen. Stadtwerke benötigen daher zusätzlich Eigenkapital, neue Kapitalgeber und Mezzanine-Finanzierungen.
- Im Rahmen des Deutschlandfonds sollen ab 2027 bestehende Landesansätze für verbürgtes Nachrangkapital in einem bundesweiten „Deutschland Standard“ gebündelt werden, um kommunalen Energieversorgern den Zugang zu mezzaninem Eigenkapital und die Finanzierung von Strom- und Wärmenetzen zu erleichtern.
Kapitalbedarf in dreistelliger Milliardenhöhe
Wie groß der Investitionsbedarf ist, zeigt eine Studie* im Auftrag der KfW. Darin wird mit einem Finanzierungsbedarf für die regionale Energie- und Wärmewende von rund 535 Milliarden Euro bis 2045 gerechnet. Aus eigener Kraft lassen sich davon schätzungsweise nur 189 Milliarden Euro abdecken – die verbleibende Lücke von rund 65 Prozent des Investitionsvolumens muss anderweitig geschlossen werden. Der überwiegende Teil entfällt auf Fremdkapital, doch auch beim Eigenkapital wird es eng. Bis 2035 werden 47 Milliarden Euro benötigt, um die für die Kreditwürdigkeit nötige Eigenkapitalquote von mindestens 25 Prozent zu halten. Berechnungen von Agora Energiewende, Stiftung Klimaneutralität und Dezernat Zukunft gehen sogar von 68 Milliarden Euro aus.
Grenzen der Hausbankfinanzierung
Bislang finanzieren sich die meisten Stadtwerke über klassische Bankdarlehen bei ihrer Hausbank. Dieses Modell stößt jedoch vor dem Hintergrund der Transformationsinvestitionen an seine Grenzen. Die vergebenen Kredite müssten sich bis 2035 annähernd verdoppeln. Banken dürfen ihr Kreditgeschäft aus Risiko- und regulatorischen Gründen jedoch nicht beliebig ausweiten. Daher ist davon auszugehen, dass die anstehenden Investitionen entsprechend mit Eigenkapital oder eigenkapitalähnlichen Instrumenten hinterlegt werden müssen.
Aus dem laufenden Geschäft lassen sich diese Eigenkapitalhinterlegungen nicht bewältigen, zumal viele kommunale Energieunternehmen mit ihren Gewinnen andere, oft defizitäre kommunale Betriebe wie ÖPNV oder Schwimmbäder finanzieren. Mittel, die für die Energiewende fehlen. Bleibt somit nur, den Kreis auf solche Finanzierungspartner auszuweiten, welche Mezzanine-Finanzierungen ohne Mitbestimmungsrechte unter Einbeziehung der Landesförderbanken oder Kapitalverwertungsgesellschaften über den Kapitalmarkt anbieten.
Allerdings zeigen Marktbeobachtungen, dass insbesondere der Kapitalmarkt nur Stadtwerke mit klaren gesellschaftsrechtlichen und finanziellen Strukturen als kreditwürdig einstuft.
Strukturelle Anpassungen
Damit gerät neben der Kapitalakquise auch die gesellschaftsrechtliche Struktur der Stadtwerke in den Fokus. Finanzielle Querverbünde, mit denen Verluste aus defizitären Sparten wie ÖPNV oder Bäderbetrieben mit Gewinnen aus der Energieversorgung verrechnet werden, stoßen angesichts steigender Investitionsvolumina und schwankender Ergebnisse an Grenzen. Banken und Investoren verlangen zunehmend klare Abgrenzungen, transparente Rechnungslegung und eine nachvollziehbare Risikozuordnung. Komplexe Holding- oder Querverbundstrukturen wirken sich eher nachteilig auf die Unternehmensbewertung und somit auf die Bonität aus. Vor diesem Hintergrund wird diskutiert, kapitalintensive Infrastrukturprojekte von den klassischen Aufgaben der Daseinsvorsorge zu trennen.
Exkurs Deutschlandfonds: „Deutschland Standard" als Hoffnungsträger
Angesicht der angespannten kommunalen Haushaltslage arbeiten Bund und Länder an einer tragfähigen Lösung. Im Rahmen des Deutschlandfonds sollen ab 2027 bestehende Landesansätze für verbürgtes Nachrangkapital in einem sog. bundesweiten „Deutschland Standard" gebündelt werden und so kommunalen Energieversorgern den Zugang zu mezzaninem Eigenkapital erleichtern. Investoren und Energieversorger sollen so leichter zueinanderfinden und ggf. durch Projektbündelung in den Ausbau von Strom- und Wärmenetzen investieren. Die im Mai 2026 stattgefundene Energieministerkonferenz hat diesbezüglich jedoch deutlich gemacht, dass derzeit keine Einigkeit darüber besteht, ob der Bund oder die Länder die Organisation des Standards zu übernehmen haben. Vor diesem Hintergrund bleibt abzuwarten, ob umsetzbare Lösungen rechtzeitig zur Verfügung stehen.
Fit für den Kapitalmarkt
Klar ist, ohne eine deutliche Verbreiterung der Finanzierungsbasis – mehr Eigenkapital, neue Kapitalgeber, Projektbündelung – lässt sich die Transformation nicht bewerkstelligen. Doch Kapital allein reicht nicht. Wenn Stadtwerke gesellschaftsrechtliche Strukturen entflechten, eine glaubhafte Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln und tragfähige Compliance-Strukturen aufbauen, verschaffen sie sich einen Vorteil im Wettbewerb um begrenztes Kapital.
Für die Transformation ist die BBH-Gruppe der richtige Partner. Die BBH-Gruppe gehört mit ihren über 1.000 Mitarbeitenden, über 7.000 Mandantinnen und Kunden und 7 Standorten zu den führenden Anbieterinnen von Beratungsdienstleistungen für Energie- und Infrastrukturunternehmen und deren Kundschaft. Als spezialisierte Beratungsgruppe begleitet BBH Stadtwerke auch genau dann, wenn Gesellschaftsstrukturen entflochten, Rechnungslegung auf Kapitalmarktstandard gebracht und Compliance-Strukturen aufgebaut werden müssen.
Passend zum Thema: VKU-Stadtwerkekongress 2026
Die Energie- und Wärmewende zählt zu den zentralen Herausforderungen für Stadtwerke und kommunale Unternehmen. Beim VKU-Stadtwerkekongress 2026 kommen Akteur:innen aus Stadtwerken, Kommunalwirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammen, um über Strategien, Lösungen und Perspektiven für die Branche zu diskutieren. Auch die BBH-Gruppe ist als Partner beim Kongress dabei.
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