Die Finalisten des STADTWERKE AWARD 2026 kommen aus Koblenz, Hamburg, Jena, Feuchtwangen, Saarbrücken und Feldafing
Die Nominierten für den STADTWERKE AWARD 2026 brillieren mit innovativen Projekten aus den Bereichen Digitalisierung, Quartierslösungen und Erneuerbare Energien.
Für den 17. STADTWERKE AWARD sind insgesamt 35 Bewerbungen aus Deutschland und Österreich eingegangen. Die Bandbreite der eingereichten Projekte zeigt, wie vielfältig Stadtwerke, kommunale Unternehmen, Vereine und Verbände die Energiewelt von morgen gestalten. Das Spektrum der eingereichten Bewerbungen reicht von digitalen Anwendungen und dem Einsatz Künstlicher Intelligenz über Wasserwirtschaft, Kundenservice und Infrastrukturplanung bis hin zu erneuerbaren Energien und neuen Ansätzen zur regionalen Dekarbonisierung. Das Bewerberfeld unterstreicht damit, wie praxisnah, lösungsorientiert und breit aufgestellt die kommunale Energiewirtschaft heute arbeitet.
„Es ist schön, dass sich in der Branche ein Trend bestätigt: alle Bewerbungen zeigen, dass kommunale Akteure Zukunftsaufgaben entschlossen angehen und in konkrete, wirksame Projekte übersetzen“, sagt Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung der Trianel GmbH und Initiator des Preises. „Die Bewerbungen reichen von digitalen Prozessen über intelligente Netze und flexible Energielösungen bis hin zu regionalen Klimaschutzkonzepten. In dieser Bandbreite wird deutlich, wie viel Gestaltungswille, Praxisnähe und Innovationskraft in der Stadtwerke-Landschaft steckt. Mit dem STADTWERKE AWARD wollen wir dieses Engagement sichtbar machen und Projekten eine Bühne geben, die beispielhaft zeigen, wie Transformation vor Ort gelingt.“
Auch Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), unterstreicht die hohe Qualität der Einreichungenr: „Die Finalisten stehen beispielhaft für die Innovationsfähigkeit kommunaler Unternehmen. Sie entwickeln Lösungen, die eng an den Bedürfnissen der Menschen, der Kommunen und der bestehenden Infrastruktur orientieren. Gerade diese Verbindung aus regionaler Verantwortung, technischer Kompetenz und wirtschaftlicher Umsetzbarkeit macht Stadtwerke zu unverzichtbaren Akteuren für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und eine moderne Daseinsvorsorge.“
Aus dem breiten und hochklassigen Bewerberfeld hat die Jury sechs Finalisten für den STADTWERKE AWARD 2026 ausgewählt.
Nominiert sind (in alphabetischer Reihenfolge):
- Energieversorgung Mittelrhein AG
- Hamburger Energienetze GmbH
- jENERGIE GmbH – ein Unternehmen der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck
- stadtWERKE Feuchtwangen KU
- Stadtwerke Saarbrücken Netz AG und greenventory GmbH
- Wasserversorgung Feldafing Pöcking gKU
Die nominierten Projekte im Überblick
Die Energieversorgung Mittelrhein AG tritt mit dem Projekt „Smartes Energiesystem“ an. In diesem Kooperationsprojekt mit der greenblocks GmbH wurde das Home Energy Management System „evm+ Energiepilot“ (liya) für Privatkunden ins Leben gerufen. Das System vernetzt PV-Anlage, Batteriespeicher, Wärmepumpe und Wallbox intelligent. Alle Energieflüsse werden vollautomatisch gesteuert, inklusive dynamischem Stromtarif (evm+ Dynamikstrom) und netzdienlicher Regelung. Kunden sparen hiermit jährlich bis zu 4.100 € Stromkosten. Das Resultat ist ein skalierbares Ökosystem, das den Grundstein für ein virtuelles Kraftwerk und neue Erlösquellen aus Flexibilitätsmärkten legt.
Die Hamburger Energienetze GmbH überzeugen mit ihrem Projekt „gridlytics“. Hierbei handelt es sich um eine zentrale, vollständig quelloffene Datenplattform für technische Netzdaten. Betrieben wird sie im eigenen Rechenzentrum, souverän und somit ohne Lizenzkosten. Ziel ist es, die Daten aus IT und OT (Operational Technology, Betriebstechnologie) in einem einheitlichen Netzdatenmodell zu bündeln und Zeitreihen langfristig zu speichern. Dadurch sind die Daten für Visualisierung, Reporting, Alerting, Analysen und Prognosen nutzbar. Das Ergebnis sind vereinfachte Planungsprozesse, optimierte Instandhaltung, schnellere Netzintegration und ein gezielterer Ressourceneinsatz.
Die jENERGIE GmbH, ein Unternehmen der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH, geht mit dem Projekt „Smartes Quartier Jena-Lobeda – Reallabor für vernetztes Wohnen, Energie und Gesundheit“ ins Rennen. In drei sanierten WBS70-Gebäuden wurden 250 Wohnungen mit intelligenter Gebäudetechnik, digitalen Services und neuen Wohnformen ausgestattet. Gemeint sind damit Smart-Home-Technologien, intelligente Heizungssteuerung, Telemedizinangebote, Gesundheitsapartments für Patienten des Universitätsklinikums und Serviced Apartments für temporäres Wohnen. Außerdem wird ein aktives Community Management angeboten, das Mieter begleitet, digitale Angebote verständlich macht und Nachbarschaft stärken soll. Die Hälfte der Wohnungen ist mietpreisgebunden. Entstanden ist somit ein Reallabor für die Zukunft des Wohnens im Bestand.
Die stadtWERKE Feuchtwangen KU haben sich mit dem Projekt „Dekarbonisierung der Region Feuchtwangen“ beworben. In einer Studie in Kooperation mit der Hochschule Ansbach und der Siemens AG wurde ein Konzept zur Dekarbonisierung der Energieversorgung im Gebiet der Stadtwerke Feuchtwangen erstellt. Hierzu wurden PV-Anlagen auf 24 MW ausgebaut, ein 10 MW / 20 MWh batterieelektrischer Energiespeicher ans Netz genommen und Flächen für den Neubau von 21 Windkraft-Anlagen gesichert. Der Bau eines 5 MW Elektrolyseurs mit Abwärmenutzung bei gesichertem Absatz steht vor der Baugenehmigung. Damit ist die Versorgung mit 100% Grünstrom und Grüngas realisiert. Zudem sind Smart Meter im Roll-out und weitere Projekte in Planung.
Die Stadtwerke Saarbrücken Netz AG wurden gemeinsam mit greenventory GmbH für ihr Projekt „Algorithmen-basierte Infrastrukturplanung zur Maximierung der Investitionseffizienz“ nominiert. Ein digitaler Zwilling harmonisiert und visualisiert alle Daten und der Algorithmus berechnet exakte Priorisierung-Scores für Erneuerungen der Netzinfrastruktur. Durch Szenarien werden die Transformation der Strom- und Gasnetze sowie des Fernwärmeausbaus präzise abgebildet. Baumaßnahmen können gebündelt und Tiefbaukosten gesenkt werden. Die visuelle Aufbereitung schafft einen schnellen Überblick und dient als fundierte Entscheidungsgrundlage, die die interne Abstimmung und die Kommunikation mit Stakeholdern erleichtert.
Das Projekt „Digitale Wasserinfrastruktur für morgen – Funkbasierte Zähler und IoT-Netz für die Wasserversorgung Feldafing-Pöcking“ stammt von der Wasserversorgung Feldafing Pöcking gKU. Im Zuge des regulären Zählertauschs wird die Messinfrastruktur für ca. 3.000 Entnahmestellen digitalisiert. Ziel ist der Aufbau einer herstellerneutralen, digitalen Plattform, die über das reine Metering hinaus als kommunale IoT-Infrastruktur dient. Dies beinhaltet effiziente Drive-By-Auslesungen und den Aufbau eines stationären Funknetzes. Bisherige Ergebnisse bestätigen signifikante Prozessoptimierungen: Der Ableseaufwand sank auf ca. acht Arbeitstage und dank automatisierter Datenanalysen konnten Leckagen identifiziert werden.
Die Preisträger des STADTWERKE AWARD 2026 werden durch ein kombiniertes Verfahren ermittelt: Zwei Drittel der Gesamtwertung stammen aus dem Ergebnis der Fachjury, ein Drittel entfällt auf das Leservoting der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK).
Das Online-Voting läuft vom 29. Juni. bis 13. Juli 2026 unter:
www.zfk.de/abstimmung-stadtwerke-award-2026
Die feierliche Preisverleihung und eine ausführliche Vorstellung der nominierten Projekte findet im Rahmen des VKU-Stadtwerkekongresses am 16. und 17. September in Berlin statt.
Die Experten-Jury für den STADTWERKE AWARD setzt sich zusammen aus:
- Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung, Trianel GmbH
- Georg Friedrichs, Vorstandsvorsitzender, GASAG AG
- Klaus Hinkel, Chefredakteur, Zeitung für die kommunale Wirtschaft (ZFK)
- Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer, Verband kommunaler Unternehmen e.V.
- Jarno Wittig, Geschäftsführer, VKU Service GmbH
- Tobias Zuckschwerdt, Geschäftsführer, SWKiel Netz GmbH


